In dem Artikel (hauptsächlich zum TÜV Nord) behauptet „portfolio international", dass Drols bis Sommer 2009 an der Suretec Systems GmbH beteiligt war, die solche Software herstellt. Damit sei es in seiner Eigenschaft als Juryvorsitzender zu Interessenkonflikten gekommen.

Gegenüber Versicherungsmagazin und Bankmagazin versichert Drols, dass diese Behauptung falsch ist. So schreibt sein Anwalt in einem Brief, der der Redaktion vorliegt: „Es ist vielmehr wahr, dass Herr Dr. Drols während des gesamten Zertifizierungszeitraums von 2005 an nicht an Suretec beteiligt war. Seine Beteiligung an der Suretec hat er bereits ... am 21.11.2004 veräußert." In Bezug auf Drols' Tätigkeit im Rahmen der TÜV-Zertifizierung und zu dem Vorwurf von „portfolio international" zur Einflussnahme schreibt der Anwalt: „Es ist vielmehr wahr, dass die Bewertungskriterien durch die einkommenssteuer- und sozialrechtlichen Regelungen vorgegeben sind. Geprüft werden ausschließlich die jeweiligen einschlägigen Gesetze."

Wie miserabel der Artikel in „portfolio international" recherchiert ist, zeigt der Zusammenhang, in dem das Versicherungsmagazin erwähnt wird. So wird auf den Award Bezug genommen, jedoch wird als Beleg des angeblichen Interessenkonfliktes von Drols in dem Artikel Bezug zum „Insure IT Award" genommen. Dieser Award hat aber nichts mit dem Award Vertriebssoftware zu tun, sondern wurde von dem Veranstalter IIR in Kooperation mit Versicherungsmagazin 2002 unter dem Juryvorsitz von Professor Dr. Fred Wagner (Universität Leipzig) vergeben.

Drols leitete juristische Schritte gegen die Rufschädigung und die Falschbehauptungen des Artikels ein. Die Zeitschriften Versicherungsmagazin und Bankmagazin sind von der persönlichen und moralischen Integrität von Dr. Wolfgang Drols überzeugt und werden daher den Award in gewohnter Weise weiterführen. Dazu kommt: Der Prüfungsprozess, den jeder Teilnehmer durchlaufen muss, dauert circa fünf Monate und geht über mehrere Prüfphasen. Er ist bewusst so ausgelegt, dass potenzielle Interessenkonflikte von Jury-Mitgliedern nahezu eliminiert sind.Die Final-Bewertung nimmt die Gesamt-Jury vor. Die Jury besteht dabei aus gestandenen Persönlichkeiten –  darunter Verbandsrepräsentanten, Vorstände und Chefredakteure. Da Entscheidungen einstimmig getroffen werden müssen, ist die Einflussnahme eines Einzelnen so gut wie
ausgeschlossen.

Bernhard Rudolf, Chefredakteur

Quelle: Text als PDF herunterladen Versicherungsmagazin - 02/2010